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Zwischen Genie und Wahnsinn liegt eine schmale Grenze, die ich täglich mehrmals überschreite

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Luna Luna - Tanz des Todes

Jetzt steh schwankend auf dem Tisch
Was die Leute denken interessiert mich nicht
Sing' vom Leben und sing' vom Tod
Durch das Fenster schimmert das Abendrot
Heohe das Glas in der Hand
zerspringen soll es gleich an der Wand
Was soll das Jammern mir is nich bang
denn der Sensemann bittet zum letzten Tanz.

Wenn ich tot bin, wenn ich tot bin, wenn ich tot bin dann sollst du tanzen tanzen
Wenn ich tot bin, wenn ich tot bin, wenn ich tot bin dann sollst du tanzen
Wenn ich tot bin, wenn ich tot bin, wenn ich tot bin dann sollst du tanzen tanzen
Wenn ich tot bin, wenn ich tot bin, wenn ich tot bin dann sollst du tanzen

Die Augen rolln'
und das Glas zerspringt
Ich genieß' es wie's in den Ohren klingt
Verspotte das Leben, verachte den Tod
Durch das Fenster schimmert das Abendrot
und Ich spür' den Suff und die Liebe pur
Keine halben Sachen, denn da läuft die Uhr
Heute keine Klagen, lieber mal Was wagen
bis der Sensemann bittet zum letzten Tanz

Wenn ich tot bin, wenn ich tot bin, wenn ich tot bin dann sollst du tanzen tanzen
Wenn ich tot bin, wenn ich tot bin, wenn ich tot bin dann sollst du tanzen
Wenn ich tot bin, wenn ich tot bin, wenn ich tot bin dann sollst du tanzen tanzen
Wenn ich tot bin, wenn ich tot bin, wenn ich tot bin dann sollst du tanzen

Nochmehr Wasser des Lebens, an der Liebesbar
und schon bald is das hier unten alles klar
Doch von da oben lässt es sich gut loben
Halelujah alles wunderbar
heohee die zeit verrinnt
und ich genieße es wenn der Himmel swingt
Vergib dem Leben und vergib dem Tod
Durch die Wolken schimmert das Abendrot

Wenn ich tot bin, wenn ich tot bin, wenn ich tot bin dann sollst du tanzen tanzen
Wenn ich tot bin, wenn ich tot bin, wenn ich tot bin dann sollst du tanzen
Wenn ich tot bin, wenn ich tot bin, wenn ich tot bin dann sollst du tanzen tanzen
Wenn ich tot bin, wenn ich tot bin, wenn ich tot bin dann sollst du tanzen
3.5.08 14:19


Stell dir vor, du gehst in dich und keiner ist da

Diese unerträglichen Tage. Dieses unerträgliche Alleinsein. Diese unerträglichen Tage des Alleinseins.

Keiner ist da, der meinen Schrim hält und mich vor dem unaufhörlichen Gedankenregen schützt.

Wer bin ich? Kenne ich mich? Was macht mich eigentlich aus? Mich äußerlich zu beschreiben ist nicht schwer, ein Blick in den Spiegel genügt. Das bin ich. Aber was ist mit den Ich hinter der Hülle? Hinter der Kleidung? Hinter der blassen Haut? Hinter den Augen mit der nicht definierbaren Farbe und dem oft so traurigen Ausdruck?

Wie kommt es, dass, wenn ich alte Bilder von mir sehe, ich zwar weiß, dass ich das bin, aber mich nicht sehe? Gut, die Frage ist einfach. Weil die Person auf dem Bild nicht mehr mit meinen Charakterzügen und Denkweisen übereinstimmt. Nur die Hülle ist gleich geblieben.

Aber wenn ich mich doch ständig innerlich verändere, wie kann ich dann endlich festlegen wer ich bin? Wie soll ich mich definieren? Über Stärken und Schwächen? Die können sich ändern. Über Weltanschauungen? Die können sich ändern. Über Charakterzüge? Die können sich ändern. Über das, was andere von mir halten? Das kann sich auch ändern.

Und wie macht man das dann, wenn zwei Seelen in einem wohnen? Diese kann ich definieren. Was ich nicht definieren kann, ist deren jeweiliger Einfluss auf mich als gesamtes. Er ändert sich wie die Windrichtung, wie die Mondphasen, wie die Jahreszeiten.

Die eine Seele, man würde sie klischeehaft als "die dunkle Seite" bezeichnen, ist ein Arschloch. Sie will Rache für alles, was ihr angetan wurde. Sie will die Menschen verletzen, will dass sie die gleichen Schmerzen fühlen wie sie selbst. Sie haut auf andere drauf, nur um sich besser zu fühlen. Sie setzt Himmel und Hölle in Bewegung um ihre bösen Pläne umzusetzen, was im Weg ist, wird ausgelöscht. Sie kennt kein Gewissen. In ihrer Wut ist sie aber auch klein und verletzlich. Sie sitzt in die Ecke gedrängt, die Beine eng an den schmalen Körper gepresst. Sie hasst sich selbst, richtet die Wut auch gegen sich. Fühlt sich wertlos. Sie sieht sich nicht als liebenswert, glaubt nicht daran irgendwie gemocht zu werden, denn sie spürt keine Liebe und Zuneigung von Außen, kennt kein Vertrauen.

Die andere scheint das Gegenteil zu sein, das 'Engelchen'. Sie hält, getreu nach Jesus, auch noch die andere Wange hin, wenn sie geschlagen wurde. Für die Menschen, die sie liebt, opfert sie alles, stellt ihre eigenen Bedürfnisse hinten an, geht durch die Hölle und zurück. Sie ist da, wenn man sie braucht. Sie widmet ihr Leben nur der Hilfe für Andere. Sie sieht das Leben als etwas wunderbares. Sie ist treuherzig, würde eher sich selbst etwas tun, als andere zu hintergehen oder im Stich zu lassen. Sie liebt die Menschen, vertraut und liebt von ganzem Herzen. Sie ist stark, damit andere schwach sein können. Sie verzeiht alle Fehler, verzeiht jeden Schmerz der ihr zugefügt wurde.

So stehen beide Seelen voreinander, versuchen sich gegenseitig auf ihre Seiten zu ziehen.

Auf den ersten Blick kann man keine dieser Seelen in ihrer Reinform sehen. Kennt man mich länger, wird man immer mehr an die gute Seite rangeführt, die Dunkle bleibt versteckt aus Angst vor Verurteilung. Doch jeder der so weit gekommen ist, wird die Dunkle schonmal gesehen haben, wird ihre Rache schon gespürt haben. Vielleicht nicht bewusst, denn das Engelchen wird sie gedeckt haben. Denn wie die Menschen, so liebt es auch sein Gegenstück.

Was bin dann jetzt ich? Ich bin ambivalent, dipol. Die Grenzen verschwimmen und ändern sich, feste Werte gibt es nicht.

Ich bin Ich. Der altbekannte Satz. Doppeltgemoppelt. Es hilft mir nichts, wenn ich nicht weiß, was dieses Ich näher bedeutet.

Aber eines ist sicher: Ich bin Grenzgängerin. Der schmale Grad zwischen Gut und Böse, zwischen Vernunft und Wahnsinn, dort liegt mein Geist begraben. 

17.5.08 16:10